Seit 1984 aktiv für das abstinente Leben.
Die Geschichte der Fleckenbühler geht auf die Synanon-Organisation zurück, eine 1971 gegründete Suchthilfegemeinschaft. Die Gründer der Fleckenbühler waren Gründungsmitglieder von Synanon.
1984 zog eine kleine Gruppe (9 Erwachsene, 3 Kinder) von Berlin nach Fleckenbühl, um das marode landwirtschaftliche Gut Hof Fleckenbühl zu übernehmen und dort eine therapeutische Selbsthilfegemeinschaft zu gründen. Mit vielfältiger Unterstützung werden in den folgenden Jahren die Gebäude restauriert, die Landwirtschaft wird wieder in Schwung gebracht. Der Hof soll nach den Richtlinien der biologisch-dynamischen Landwirtschaft arbeiten.
1986 – mittlerweile leben schon 22 Menschen hier – wird der Hof als Demeter-Betrieb in Umstellung anerkannt. Ein Bauwagen fungiert als erster Hofladen, in dem selbsterzeugte Landprodukte verkauft werden: Brot, Käse und ein wenig Gemüse.
1987 wird das „lange Haus“ bewohnbar. Eine Käserei und ein Hofladen werden hier eingerichtet.
1988 wird ein Betrieb für Buffet- und Partyservice gegründet.
1989 leben schon 68 Menschen auf dem Hof, der jetzt seine Anerkennung als Demeter-Betrieb erhält. Beginn des Umbaus eines alten Hühnerstalls zur Töpferei. Im Hofladen werden jetzt Brot, Käse, Fleisch und Gemüse angeboten.
1993 leben 110 Menschen bei uns. In Bauwagen und auf Dachböden muss provisorischer Wohnraum geschaffen werden. Im 20 km entfernten Kirchhain eröffnen wir eine Vollkornbäckerei. Erste Ausbildungsmöglichkeiten werden geschaffen.
1994 beginnen wir mit der Planung zur Erweiterung des Hofes mit einem Neubau zum Wohnen.
1995 eröffnen wir in Marburg einen weiteren Laden mit Stehcafé. Im September Trennung von Synanon. Zu Weihnachten Genehmigung des Erweiterungsneubaus.
1996 sind wir 122 Bewohner. Neue Maschinen- und Lagerhallen werden in Betrieb genommen. Ein Betrieb für Umzüge und Transporte wird gegründet.
1997 wird aus Raumnot – 133 Menschen sind dann doch zu viel – ein Haus mit Werkstatt und Scheune im 8 km entfernten Albshausen gemietet. Im Juli feiern wir Richtfest des Neubaus in Fleckenbühl. Der Hofladen wird erweitert, zu ihm gehört nun auch ein Hofcafé.
1998 sind wir auf 148 Bewohner angewachsen. Der Neubau kann bezogen werden, die Bauwagensiedlung hat ausgedient. Die erste Internet-Seite der Fleckenbühler geht online.
2000 leben 153 Menschen auf dem Hof. Mit Hilfe von Geldauflagen und Spenden wird ein Haus in Ginseldorf erworben, in dem wir eine Kindertagesstätte für die eigenen Kinder und Kinder aus der Nachbarschaft einrichten wollen. Die ehemalige Gaststätte wird in den nächsten Jahren mit viel Eigeninitiative umgebaut. In Marburg übernehmen wir den Naturkostladen Weidenhausen.
2001 erarbeiten wir ein erstes Qualitätsmanagement. Beginn der Wurstproduktion für Eigenverzehr und Verkauf. Beginn des Kunst- und Spendenprojekts „Lebensbaum“.
2002 entsteht das Bootcamp-Konzept, unsere Art der Grundausbildung für neu Aufgenommene. Unsere soziale Arbeit wird nach DIN ISO 9001-2000 zertifiziert. Als einer von 100 Betrieben wird unser Hof als Demonstrations-Betrieb anerkannt. Die Naikan-Methode – eine meditative Innenschau – wird Teil des therapeutischen Konzepts.
2003 eröffnen wir in Frankfurt am Main, einem Zentrum der deutschen Drogenszene, ein weiteres Haus, in dem wir Süchtige aufnehmen. In der Nähe machen wir einen Bioladen auf.
2004 wird die Ginseldorfer Kindertagesstätte eingeweiht. In Leimbach gründen wir eine vollstationäre Jugendhilfeeinrichtung für 16 Jugendliche. Im Herbst brennt die historische Scheune teilweise ab.
2005 werden Teile der Verwaltung von Fleckenbühl nach Frankfurt verlagert. Die Käserei wird erweitert.
2006 erarbeiten wir in einem Modellprojekt ein eigenes, modulares Ausbildungskonzept: die Fleckenbühler Ausbildungsinitiative. Die Bäckerei zieht nach Frankfurt in die Nähe des dortigen Hauses.
2007 leben an unseren vier Standorten mehr als 200 Menschen. Der Baukörper der Scheune wurde – zum großen Teil in Eigenarbeit – wiederhergestellt. Hier ist eine Fest-, Sport- und Kulturscheune entstanden. Ein ökologisches Leitbild wird formuliert. Beginn des Stallneubaus.
2008 Das Hofcafé ist jetzt auch sonntags für Ausflügler geöffnet. In Leimbach wird – mit viel Eigeninitiative der Jugendlichen – eine Kläranlage nach dem neuesten technischen Stand gebaut. Im Dezember ziehen die Kühe in den neuen Stall um.
2009 wird eine neue Corporate Identity und ein neues Corporate Design eingeführt. Aus der „Suchthilfe Fleckenbühl“ werden „die Fleckenbühler“.

